Rambo, der Furchterregende

Rambo war auf der Homepage des Celler Tierheimes folgendermaßen beschrieben:

Rambo ist der kleinste, aber auch der mutigste Bewohner des Tierheims. Er verteidigt nachdrücklich sein Gehege, - selbst gegen den Tierpfleger, der ihn nur füttern möchte...

Nun, die telefonische Nachfrage ergab, Rambo sei ein Zwerghamster, der wegen seiner Bissigkeit als unvermittelbar gelte. Er stamme aus einem Animal-Hoarding-Haushalt, so sagte man uns. Also genau das richtige für unser Asyl. Ein paar Tage Vorbereitung, und dann war es so weit: Das neue Hamsterheim war eingerichtet, Rambo sollte bei uns ein ruhiges und gemütliches Dauer-Zuhause bekommen.

Als wir Rambo in sein neues Gehege gesetzt hatten, war ich wirklich ein wenig fassungslos über seine Winzigkeit! Ich hielt ihm kurz meine geballte Faust zum Schnuppern vor die Nase. Verblüfft schnupperte er tatsächlich, machte aber keinerlei Anstalten, beißen zu wollen. Es wäre ihm auch kaum möglich gewesen, irgend einen Zipfel zum reinbeißen zu entdecken, denn meine Faust dürfte ca. die drei- bis vierfache Größe des gesamten Tieres haben !

Gänzlich unbefangen inspizierte der Neuankömmling sein neues Reich, lief über Hochebenen, Brücken und Leitern, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Nur das Laufrad würdigte er keines Blickes. Ob er vielleicht gar keines kennt?
Irgendwann fiel er dann aber doch erschöpft in einen laaaangen Tiefschlaf. In den nächsten Tagen sahen wir ihn höchstens mal so:

so:

meistens allerdings überhaupt gar nicht, so dass wir schon zeitweise fürchteten, er habe sich mit einem Paar Flügel aus dem Staub gemacht...

... was sich aber Gott sei Dank als überflüssige Sorge entpuppte. Der Zwerg braucht eben einfach erstmal Ruhe, um wirklich in seinem neuen Heim ankommen zu können.